Einige Gedanken zur CO2-Kompensation der Expo-Exkursion:


“Nachhaltigkeit“ ist ein im Geographieunterricht immer wieder auftauchender Begriff. Dieses Wort kennzeichnet eine der größten Herausforderungen der 7. Mrd. Erdbewohner. Nachhaltiges Verhalten bedeutet so zu leben, dass man einerseits nicht auf den Kosten der nachfolgenden Generation lebt, gleichzeitig dies aber auch nicht auf Kosten von Menschen tut, die in einem anderen Teil der Welt leben (die Erderwärmung, um nur ein Beispiel zu nennen, geschieht nun einmal nicht nur innerhalb der politischen Grenzen der größten Verursacherländer). Jede Erdkundeschülerin / jeder Erdkundeschüler weiß darüber hinaus, dass neben der Betrachtung der Dimension Ökologie, erst auch die zusätzliche Betrachtung der Dimensionen Ökonomie und die der sozialen Aspekte zwingend notwendig ist, um den Nachhaltigkeitsaspekt allumfassend zu untersuchen.

Eine Flugreise nach Kasachstan (noch dazu zu einer Expo und einem Kongress mit dem Thema “Future Energy“), bei der eine große Menge vom Treibhausgas CO2 ausgestoßen wird, lässt berechtigt ein kritisches Hinterfragen des Nachhaltigkeitscharakters dieser Reise vor dem Hintergrund der Dimension Ökologie zu. Daher hat sich der Kurs nicht nur zu einer sogenannten CO2-Kompensationszahlung entschieden, sondern er entschloss sich bewusst für die Spende an die Klimaschutzorganisation atmosfair. Der Wert dieser Zahlung beträgt 2030€ (siehe entsprechendes Dokument zur Berechnung).

Das Gewissen hätte auch mit einer “Kompensationszahlung“ über KLM, die einem Zehntel des Betrages entsprochen hätte, beruhigt werden können.

Ich möchte noch die Dimension “Soziales“ dieser Reise beleuchten: Gerade weil z.B. die nachhaltige Energiewirtschaft eine der größten zukünftigen Herausforderungen ist, fliegen wir trotz der CO2 – Emission dorthin, u.a. eben auch weil die Thematisierung im Unterricht, die Begegnung mit Forschern vor Ort, das Erlebbarmachen des Gegensatzes zwischen den “Future-Energy-Trends“ auf dem Expo-Gelände und der kasachischen Realität der Energiewirtschaft Veränderungen bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern erzeugen werden (1. Elektrizität: 2014 lag der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung in Kasachstan bei 0,62 %, 2. Wärme: Erzeugung geschieht nahezu ausschließlich durch Kohleverbrennung, 3. Verkehr: große Erdölvorräte ermöglichen die eigene Erzeugung von Benzin, Kerosin etc.). Dessen bin ich mir nicht nur sicher, sondern ich bin darüber hinaus der Überzeugung, dass in Form von Multiplikatoreffekten letztendlich bei allen Teilnehmern zukünftig höhere Werte eingespart werden, als es ohne diese Fahrt der Fall wäre.


Warum kompensieren wir nicht über Klimaschutzprojekte in Deutschland oder sogar in der Region?


Der zentrale Begriff bei der Betrachtung von Kompensationszahlungen ist der Begriff Zusatz. Wird durch meine Zahlung zusätzlich etwas installiert, das meine emittierte CO2 – Menge zeitnah wieder kompensiert?

Oder wird die Zahlung dazu verwendet, diese in Projekte zu investieren, die sich im Rahmen des Erreichens von staatlich festgelegten Klimazielen befinden? Also Projekte, die laut Vorgaben, Abmachungen und Gesetzen so oder so umgesetzt werden müssen. In diesem Fall kann man eben nicht von einem zusätzlichen Charakter sprechen.

U.a. wegen dieser strengen Betrachtung des Zusatz-Charakters ist die Klimaschutzorganisation atmosfair bei allen internationalen, vergleichenden Studien als Testsieger hervorgegangen.

Dem Wunsch jedoch auch eine nachhaltigere Lebensweise in Neukirchen-Vluyn zu unterstützen, kommen wir in der Form nach, dass wir weitere 700 € dem Integrierten Klimaschutzkonzept der Stadt spenden, zur Unterstützung der Umsetzung der Klimaschutz-Projekt-Werkstatt. Schwerpunkt dieser Werkstatt ist die Sensibilisierung der Bevölkerung. Mit z.B. Upcycle-Workshops und einer kostenfreien Lastenrad-Leihe soll im Rahmen des Projektes begonnen werden.


Somit sind 75 % unseres CO2 – Ausstoßes der Flugreise direkt über atmosfair kompensiert. Der Betrag für das restliche Viertel entspricht dem soeben angesprochenen Wert von 700 €.

 

A. Forsthövel


CO2-Kompensation

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